
Der Gründer der Tenuta Ernst Otto Bally
Ernst Otto Bally, der Enkel des Firmengründers der Bally Schuhfabriken in Schönenwerd war ein großer Jäger und Naturfreund dessen geheimer Wunsch es schon immer war, neben seiner Arbeit eine Tätigkeit zu erwerben, bei der er schöpferisch seinen Sinn für Natur ausüben konnte.
Er fühlte sich mit dem Tessin und speziell mit der Stadt Lugano eng verbunden. Seine Ehefrau, Margrith Hüssy stammte aus Lugano wo die Familie zahlreiche Verwandte und Freunde besaß. Margerith war die Tochter der Nina Peri-Morosini, der Schwester des Bischofs von Lugano Alfredo Peri-Morosini. Damals besaß die Familie Morosini das unmittelbar neben der Tenuta gelegene Schloss Vezia.
Die am Anfang des 20. Jahrhunderts von Kanton und Bund in großem Masse durchgeführte Sanierung des Vedeggio-Flussgebietes, die beidseitig des Flusses wesentliche Schwemmgebiete freigab, ermöglichten E. O. Bally die Verwirklichung seines lange gehegten Wunsches. Im Jahre 1917 erwarb er ein Grundstück in der unteren Vedeggioebene das sich über die Gemeinden Bioggio, Manno, Vezia und Breganzona in Nähe der damals etwas mehr als 10'000 Einwohner zählenden Stadt Lugano befand. Was er damals erwarb, bestand aus einer sumpfigen Ebene auf der linken Seite des Flusses. Daneben erwarb er jedoch auch die anliegenden Hänge auf den Gemeindegebieten Vezia und Breganzona.
Es ist nicht sicher, ob er sich damals voll bewusst darüber war, welche gigantische Arbeit die Schaffung einer Landwirtschaft auf einem ehemaligen Schwemmgebiet darstellt. Jedenfalls brauchte es einige Jahre, bis die Drainierungs-, Forstungs- und Entsteinungsarbeiten soweit fortgeschritten waren, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb ins Auge gefasst werden konnte. Dem zum Trotz wurde die Tenuta Wirklichkeit. Mit vierer Ochsengespann wurde das Schuttgebiet gepflügt und Ackerland geschaffen, Felder mit Roggen, Kartoffeln und Mais bepflanzt und Wiesen angelegt. Es entstanden Obstgärten mit Äpfeln und Williams Butterbirnen. Schließlich wurden bis hundertfünfzig Kühe gehalten und Schweine gezüchtet.

Das Terrassengärtchen des Ronchetto
Auf dem erworbenen Gebiet befanden sich in der "Malombra" genannten Ebene fünf Mühlen von welchen einige ursprünglich vermutlich als Eisenerzmühlen dienten. Neben einer dieser Mühlen, ein sehr reizvoller Turmbau, geschmückt durch ein Basrelief, wurde das Bewirtschaftungsgebäude errichtet das den Namen "Neue Malombra" erhielt. Der Name "Malombra" bedeutet nicht etwa "schlechter Schatten", sondern ist, wie übrigens auch die Bezirksbezeichnung "Malcantone", direkt vom lateinischen Wort "Mallleus" abgeleitet, was Erzmeißel bedeutet.
Heute werden in der Ebene, allerdings nicht mehr mit Ochsengespann, sondern nach den neuesten Erkenntnissen der Agronomie und nach ökologischen Grundsätzen weiterhin Ackerbau und Viehhaltung betrieben. Bemerkenswert ist die Art und Weise wie auf dem immer noch sehr steinigem Boden extensiv Kartoffeln gebaut werden. Daneben gedeihen Zwiebeln, Saatmais und Soja. Auch die Viehhaltung besteht weiterhin. Neben Mutterkühen werden auch Reitpferde gehalten.
Anders als in der Ebene, wo alles neu geschaffen werden musste, verhielt es sich mit den Hanglagen. Dort wuchsen, angeblich seit Römerzeit, auf morenischem Granitkieselsand an den Süd- und Westlagen Reben. Die nördlichen und nord-östlichen Hänge waren mit uralten Kastanienbäumen bewachsen. Diese wurden leider von Krankheit hingerafft. Heute wachsen an deren Stelle Akazien und einige Eichen. Die Weinberge waren damals mit Nostrano- und Erdbeertrauben in für den Tessin typischen Pergolareihen angelegt. Die Rebberge hießen "La Crespera", "La Piana" und "Il Ronco". Diese Namen dienen heute zur Benennung der auf dem Gut erzeugten Weine. Gekeltert wurden die Trauben ursprünglich in drei Keltereien und zwar in traditioneller Tessinerart.
Auf den Hügeln, umgeben von den Weinbergen, überblicken die Vedeggioebene, das im florentinischen Styl erbaute Haus "Crespera", der Hof "La Piana" und der heutige Kelterungsbau und Weinkeller "Il Ronco", ein Vierkantgebäude, vermutlich aus dem 18.Jahrhundert, mit charmantem Innenhof. In dessen Nähe errichtete E. O. Bally die "Villa Ronchetto" als Residenz. Ursprünglich befand sich an deren Stelle ein Bau der zur Seidenraupenzucht gedient hatte. Was aus alter Zeit übrig bleibt ist ein sehr reizvolles drei-ebeniges Terrassengärtchen mit Gesamtüberblick über das Gut und Ausblick auf die Berge des "Malcantone". Auch der alte Lorbeerbaum stammt aus der Seidenraupenzeit.

Vier Generationen um 1934
Von links nach rechts: Fritz-Peter v. Teufenstein, Nina Hüssy-Peri-Morosini,
Anne-Marie v. Teufenstein-Bally, Margrit Bally-Hüssy und Christoph v. Teufenstein
Bei Entstehen der Tenuta wurden statt der herkömmlichen Traubensorten verschiedene modernere Sorten gepflanzt von denen nicht alle auf Anhieb erfolgreich waren. Zum Beispiel reifte die Sorte Pinot noir mit der etliche Jahre experimentiert wurde bereits Mitte Juli aus, was damals mit der üblichen traditionellen Methode ohne Kühlungseinrichtungen bei der Kelterung ganz wesentliche Nachteile brachte. Die heutige, ausschließlich auf dem Gut wachsende Produktion von durchschnittlich 40'000 Flaschen Rot- Rosato- und Weißweinen werden nach den, der Bodenbeschaffung und den klimatischen Bedingungen am besten angepassten, modernsten Methoden im Ronco mit viel Liebe und Sorgfalt gekeltert.
Das Gut von E. O. Bally ist nun schon seit vier Generationen im Besitz seiner Nachkommen. Die einzige Tochter des Gründers, Anne-Marie, heiratete 1927 den österreichischen Freiherrn Carl Friedrich von Teufenstein, der nach seiner Heirat das Schönenwerder Bürgerecht erhielt. Somit wechselte die Eigentümerfamilie ihren Namen. Das Gut blieb jedoch in Schweizer Besitz. Beide Ehegatten ruhen neben der Morosini-Kapelle auf dem Friedhofhügel oberhalb Vezia.

Die Familie um 1948
Von links nach rechts: Marie-Louise v. Teufenstein, Ernst O. Bally-Hüssy, Margrit Bally-Hüssy,
Christoph v. Teufenstein, Anne-Marie v. Teufenstein-Bally, Carl v. Teufenstein-Bally, Fritz-Peter v. Teufenstein
Die Enkelgeneration bestehend aus Marie-Louise und Christoph, sowie deren Kinder und diejenigen des 2006 verstorbenen Fritz-Peter verwalten das Gut heute kollegialisch im Rahmen einer Familien-Aktiengesellschaft. Als Verwaltungsräte amtieren derzeit Christoph von Teufenstein, Alex von Teufenstein und Martin Bally.
Als Geschäftsführer waltet mit viel Geschick der Diplomoenologe Miguel Salgado seit 2006. Alle Mitarbeiter und deren Familien sind mit der Tenuta eng verbunden. Eine Mehrheit der Ehemaligen wohnen auch nach ihrer Pensionierung auf dem Gut und nehmen noch regen Anteil am Leben auf der Tenuta. Die Eigentümerfamilie hat sich mittlerweile um zwei Generationen erweitert. Demnächst darf das Gut das 100jährige Jubiläum feiern.
CVT/18.09.09
Mitte März sind SARABANDA, BIANCO DI MERLOT und LA PIANA 2011 abgefüllt worden. Auf Ostern hin werden diese Weine wieder verfügbar sein. Aufgrund der begrenzten Mengen denken Sie daran, Ihren Bedarf rechtzeitig anzumelden.
mit freundlichen Grüssen
TENUTA BALLY & VON TEUFENSTEIN
26. Mai: Cantine aperte
in der Tenuta Bally
9. Juni: Blick-Ticino-Weekend
in der Tenuta Bally
27. August: Mémoire & Friends
im Kongresshaus Zürich
3. September: Il Viso del Vino
im Palazzo dei Congressi di Lugano
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